Wissenswertes
Im Rahmen der vom Land Baden-Württemberg beschlossenen Gemeindereform vereinigten sich am 01. Januar 1975 die bis dahin selbständigen Gemeinden Ertingen, Binzwangen und Erisdorf zu der neuen Gemeinde Ertingen. Jeder einzelne Ortsteil kann auf eine reiche geschichtliche Vergangenheit zurückblicken.Ertingen
Funde aus der Jungstein- und Bronzezeit, wie auch die Lage an der keltischen Urstraße, weisen auf eine sehr frühe Besiedlung hin, von welcher der "Rauhe Lehen", die Grabstätte eines vorrömischen Fürstengeschlechts, beredtes Zeugnis gibt. Das hier an der Heerstraße Ennetach-Rißtissen angelegte Zwischenkastell hatte mit seiner Siedlung schon während der Römerzeit eine gewisse Bedeutung.
Später war Ertingen wohl der Hauptort des Eritgaues, eines bis in die Alemannenzeit zurückreichenden Gaues, der sich von Zell bis Moosheim erstreckte. Der Name selber wird erstmals um 1100 anläßlich einer Schenkung des Erlevin von Ertingen an das Kloster Zwiefalten erwähnt. 1241 war der Eritgaugraf Wolfrad von Veringen Ortsherr; von 1265 ging das Dorf an die Grafen von Grüningen-Landau, die es 1323 an die Herren von Ellerbach, weiterverkauften. 1331 erreichte der damalige Dorfherr Graf Wilhelm von Montfort bei Kaiser Ludwig dem Bayern die Erhebung zur Stadt und die Verleihung eines Wochenmarktes; doch verhinderten die Zeitläufe - seit 1348 suchte der "Schwarze Tod" Europa heim - eine Blüte. 1443 schließlich erwarb das nahe Zisterziensinnenkloster Heiligkreuztal die Ortsherrschaft. Wie lange und schwere Streitigkeiten, zeigten, verstand sich die staatliche und selbstbewußte Gemeinde zu wehren, wenn sie ihre Rechte beeinträchtigt glaubte. Mit Heilgkreuztal kam Ertingen dann 1804 an Württemberg.
Besitz hatten auch die österreichische Herrschaft Bussen, Kloster Salem und Stift Buchau, ihm gehörte die alte, bereits 1169 genannte Pfarrei, zu der ursprünglich Marbach, Erisdorf und der größte Teil von Neufra zählten. 1755 wurde die Marienkapelle, ein Kleinod des Barock, erbaut. Der bedeutendste Sohn der Gemeinde ist der Mundartdichter, Volkskundler und Arzt Michel Buck, Dr. Michael Richard Buck (1832 - 1888).
Binzwangen -
ist vielleicht schon 805 (Semibinwane) , sicher aber 1241 erstmals genannt, als Hartmann von Binzwangen (Binezwangen) eine Schenkung an Kloster Heiligkreuztal bezeugte. Später war die Dorfherrschaft zwischen den Grafen von Grüningen Landau und den Herren von Justingen geteilt; 1275 erwarb Heiligkreuztal zunächst den Justinger Teil. 1443 zusammen mit der Burg Landau den Rest. 1560 besaß das Kloster so 42 Güter und Gütlein, auch war ihm seit 1382 die 1269 erstmals genannte Pfarrei inkorporiert. 1544 kaufte Hans Jakob von Landau den Burgstall Landau noch einmal zurück; doch ging er 1672 endgültig wieder an Heiligkreuztal. 1804 kam Binzwagen mit Heiligkreuztal an Württemberg. 1827 wurde die 1398 erbaute große Sakraments- und Fronleichnamskapelle, die als Wallfahrtskirche großen Zulauf hatte, abgebrochen.
Erisdorf
- wird 1311 aus Anlaß des Verkaufs der Güter des Ritters Heinrich gen. Fleke an Kloster Salem erstmals genannt (Eringsdorf). Die Ortsherrschaft ging in der Folge von den Herren von Hornstein über die Herren von Reischach 1398 an das Riedlinger Spital, das bereits 1378 22 Güter erworben hatte und seinen Besitz so 1501 durch den Kauf der Mühle - noch weiter vermehrte. 1403 eignete Kloster Reichenau ihm neue Lehen zu. Bis zum Übergang an Württemberg im Jahr 1805 besaß nun das Riedlinger Spital bzw. als dessen Oberpfleger Bürgermeister und Rat der Stadt - die Gerichtsbarkeit, wählte den Ammann und besetzte jährlich das Gericht mit 12 Richtern aus dem Dorfe. Kirchlich gehörte Erisdorf dagegen zur Pfarrei Ertingen; wenn auch schon seit 1403 eine eigene Frühmesse bestand, so wurde es doch erst 1837 eigene Pfarrei.
Die Gemeinde heute
Die drei früher rein landwirtschaftlichen Teilorte entwickelten sich immer mehr zu Arbeitswohn- bzw. gemischt strukturierten Orten. Besonders der Teilort Ertingen hat aufgrund seiner überdurchschnittlichen guten Handwerks-, Handels- und Gewerbebetriebe eine über den Bereich der Ge


