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Abstatt

Wissenswertes

Abstatt kann auf eine lange und wechselvolle geschichtliche Entwicklung zurückblicken.

Auf der fruchtbaren Lößfläche rings um Abstatt lassen sich aufgrund der hier
gemachten Funde erste menschliche Ansiedlungen bis in die Jungsteinzeit und
Bronzezeit nachweisen. Das Ausmaß der Siedlungstätigkeit und der Grad der
kulturellen Entwicklung werden recht deutlich durch die teilweise guterhaltenen
Bodenfunde erkennbar. Die ältesten dieser Funde sind zwei sehr schöne Steinbeile
aus der Jungsteinzeit, die in der Gemarkung Happenbach gefunden wurden.
Während der Zugehörigkeit zum Römischen Reich verlief die Straße von Walheim
am Neckar zum Kastell Mainhard über die heutige Gemarkung Abstatt. In den
Steinäckern am Hang nördlich der Schozach stand auch ein römischer Gutshof. Der
genaue Zeitpunkt, zu dem Abstatt als eine feste Ansiedlung entstanden ist, läßt sich
nicht exakt ermitteln. Eine einheitliche Gründung ist nicht nachzuweisen. Die
Ansiedlung ist wohl zu verschiedenen Zeiträumen und aus durchaus verschiedenen
Interessengebieten zusammengewachsen. Die Erklärung des Ortsnamens als
"abgelegene Stätte" oder "Platz in der Aue" ganz bestimmt nicht als "Abtstatt" ist
eher in der Bestimmung der zwei althochdeutschen Begriffe - Trieb und Tratt - zu
suchen, wobei Trieb freien, ungebundenen Weidetrieb, Tratt aber die gebundene,
umfriedete wirtschaftliche Nutzung des Raumes durch die Anwohner bedeutete.
Urkundlich wird Abstatt 1293 und 1490 "Dratestatt, Drabestatt" genannt.

Seine erste urkundliche Erwähnung findet Abstatt im Jahre 1293 bei einer
Güterschenkung an das Klarakloster in Flein. Neben diesem Kloster waren das Stift
Oberstenfeld, die Herren von Liebenstein, die Herren von Urbach und Schaubeck,
Württemberg u. a. in Abstatt begütert. Die Mehrzahl der Güter und Rechte hatten die
Herren von Heinriet, Erbauer der Wohnburg Wildeck, als badisches Lehen inne;
allerdings mußten sie ihren Happenbacher Besitz in den Jahren 1330/64 an die
Grafen von Löwenstein veräußern. Das Lehen selbst ging beim Aussterben der
Familie 1462 an die Herren von Neipperg über. Diese verkauften ihre Herrschaft
Wildeck oder Abstatt mit allen Zubehörden aber bereits 1490 um 4300 Gulden an
Ludwig von Bayern-Pfalz, der zwei Jahre zuvor, nämlich 1488, die Herrschaft
Löwenstein geerbt hatte. Einen erneuten Wandel der Herrschaftsverhältnisse
brachte der Pfälzische Erbfolgekrieg 1504, in dessen Folge Abstatt-Wildeck 1510
unter Aufhebung der badischen Lehensherrschaft zum württembergischen
Mannlehen Löwenstein geschlagen wurde, während Happenbach fortan im
wesentlichen der direkten württembergischen Verwaltung des Amtes Beilstein
unterstand. Nur Episode blieb die Veränderung im 30jährigen Krieg, als der Kaiser
Abstatt an Wolfradt von Kremsmünster, später Bischof von Wien, verschenkte. So
hat das Haus Löwenstein - bzw. die katholische Linie Löwenstein-Wertheim-
Rosenberg - die Geschichte und das Aussehen des Ortes geprägt. Abstatt wurde
Amtssitz auch für Happenbach - soweit es löwensteinisch war -, Vohenlohe und
Wildeck.

Die Verwaltung bestand aus dem Vogt oder Amtmann, dem Keller- oder Rentmeister
und einem Amtsschreiber. Noch sichtbare Zeugen dieser Zeit stellen insbesondere
die Kirche und das alte Amtshaus (heutiges Rathaus) dar, die beide im 18.
Jahrhundert erbaut wurden.Die Oberhoheit Württembergs zeigte sich hauptsächlich
in der Gesetzgebung, beim Militärwesen und bei der Erhebung der Steuern. Als
1806 auch Abstatt ganz an Württemberg fiel, bildete es für kurze Zeit mit
Happenbach, Wildeck und Vohenlohe ein besonderes Patrimonialamt. Schon 1810
aber kam Happenbach zum Oberamt Heilbronn, Abstatt dagegen zum Oberamt
Besigheim, um dann 1842 ebenfalls zum Oberamt Heilbronn eingefügt zu werden.
Fortan bildeten Abstatt und Happenbach eine zusammengesetzte Gemeinde mit
zwei Markungen und zwei Gemeinderäten, bis sie 1934 zu einer Einheitsgemeinde
zusammengelegt wurden. Bis in die Zeit des 2. Weltkrieges war der Ort ganz von
der Landwirtschaft geprägt. Wie in den ähnlich strukturierten Orten der Umgebung
sank auch in Abstatt in den knapp 100 Jahren von 1846-1939 die Bevölkerung um
über 1/5 auf 807 Einwohner ab. Die Nachkriegsentwicklung ist dagegen schon
äußerlich durch die Erschließung mehrerer neuer Baugebiete gekennzeichnet, durch
die sich die Bevölkerungszahl bis 1970 verdoppelte und Abstatt sich zu einer für
unsere Zeit typischen Wohngemeinde - allerdings mit starkem industriellen und
gewerblichen Anteil - im Einzugsbereich einer Großstadt wandelte. Seit dem Jahre
1981 besteht zwischen den Gemeinden Léhon/Bretagne (Frankreich) und Abstatt
eine herzliche Partnerschaft.

Bis heute und in die Zukunft hinein wird Abstatt von stetigem Wachstum und
Fortschritt geprägt. Von den 1970er Jahren bis in die 1990er Jahre hinein wurden
die Kindergärten erweitert, modernisiert und neue gebaut, um dem wachsenden
Bedarf an Kindergartenplätzen gerecht zu werden, so entstand auch zu Beginn der
1990er Jahre das Vereinszentrum Goldschmiedstraße, das heute in Abstatt nicht
mehr wegzudenken ist.
In den Jahren von 1995 bis 1997 wurde der barocke Teil des Rathauses durch einen
modernen, funktionellen und dennoch gestalterisch reizvollen, grazilen Neubau
erweitert, der harmonisch durch eine verglaste Brücke mit dem historischen Bau
verbunden ist. Eine der Besonderheiten des alten Rathausteiles sind die
Lamperiegemälde aus dem 18. Jahrhundert, die heute die Wände des Trauzimmers
unterhalb der Fenster zieren und mit ihren Sujets wohl einzigartig sind.
Ein weiteres größeres Bauvorhaben der Gemeinde in den letzten Jahren war der
Umbau der "Alten Schule" Happenbach von 1997 bis 1999 zu einem Bürgerhaus.
Dieses Bürgerhaus wurde zeitgemäß modern ausgestattet und ein Anbau
angebracht, der ein transparentes Treppenhaus sowie eine Aufzugsanlage
beinhaltet.
Im gewerblichen Bereich hebt sich die Gemeinde mittlerweile dadurch ab, daß sich
die Firma Robert Bosch GmbH auf der Gemarkung Abstatt ansiedelt. Bis zu 2000
neue Arbeitsplätze werden geschaffen - ein enormer Aufschwung für den Ort, die
Region, dank der verkehrsgünstigen Lage Abstatts und bestmöglichstem Standort
für dieses gigantische Unternehmen.
So treibt Abstatt seine Entwicklung unaufhaltsam voran, immer in dem Bestreben die
optimalen Bedingungen für die Gemeinde und ihre Einwohnerinnen und Einwohner
zu erhalten und sie noch zu verbessern.