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Tauberbischofsheim

Kultur

sonstiges: Fecht-Club Tauberbischofsheim

Geschichte

"Mit seinen spektakulären Erfolgen hat der Fecht-Club Tauberbischofsheim weltweit bleibende Geschichte geschrieben." Dieser einführende Text des Buches "Die Fecht-Legende von Tauberbischofsheim", verfasst von Richard Möll und im Jahre 1987 von ihm abgeschlossen, hat nahezu 15 Jahre nach seinem Erscheinen nichts, aber auch gar nichts von seiner Aussagekraft verloren. In seinem Werk aus dem vorigen Jahrtausend fügte der Autor dann noch hinzu: "Welcher Verein kann schon acht Olympische, 32 Weltmeisterschafts-, zwei Europameisterschafts-, 26 Europacup- und 17 Junioren-Weltmeisterschafts-Medaillen vorweisen?" Aber damit war längst noch nicht alles gesagt: "Nicht weniger als 283 Deutsche Meistertitel und 21 Internationale Deutsche Meistertitel wurden in die Tauberstadt entführt. Dazu kommen 282 Erfolge bei Weltcup-Turnieren, fünf Medaillen bei Universiaden und 14 bei Militärweltmeisterschaften." Wie gesagt: Das war die Erfolgsbilanz des Jahres 1987!

Diese Angaben müssen heute in erheblichem Maße nach oben korrigiert werden und Jahr für Jahr kommen weitere Spitzenleistungen auf Weltniveau hinzu. Um mit diesen Zahlen nicht zu verwirren, sei nur noch ein besonders eindrucksvolles Ereignis unter vielen angefügt: Als bei den Olympischen Spielen des Jahres 1988 in Seoul die Siegerflaggen nach den Einzelwettkämpfen im Damenflorett den Fahnenmast emporstiegen, erlebten die begeisterten Zuschauer dreimal die schwarz-rot-goldenen Farben, und die wiederum ehrten den Triumph von drei Tauberbischofsheimer Fechterinnen, denn mit Anja Fichtel (Gold), Sabine Bau (Silber) und Zita Funkenhauser (Bronze) hatte sich unter den fünf Ringen eine einzigartige mainfränkische Dominanz herauskristallisiert, der durch einen weiteren Olympiasieg eine zusätzliche Krone aufgesetzt wurde: Auch als Mannschaft waren diese Athletinnen bei den Wettkämpfen in Südkorea nicht zu schlagen. Also noch einmal vier von vielen zusätzlichen FC-TBB-Medaillen, die der Erfolgsbilanz von 1987 hinzuzufügen wären.

Angesichts der damaligen Situation fragte Richard Möll sich und seine Leser: "Wie ist ein solches Wunder möglich, wo doch Tauberbischofsheim, dieses idyllische Fleckchen Erde an der Romantischen Straße, nur knapp 12 000 Einwohner meldet und allein in Russland über 400 000 Sportler aktiv fechten?" Und wissen wollte er auch, warum nicht andere Vereine mit wesentlich besseren Möglichkeiten und Bedingungen diesen einmaligen Weg gingen. Sein Druckwerk sollte ein ideales und überzeugendes Beispiel für "den programmierten Weg zum Erfolg" liefern.

Die Gründe dafür waren schon vor knapp 15 Jahren einleuchtend erkennbar und werden auch in Zukunft - was auch immer geschehen mag - ihre Gültigkeit unverrückbar behalten: Der legendäre und erfolgreichste deutsche Bundestrainer, Emil Beck, weltweit bekannt als der "Medaillenschmied vom Taubertal", seine Athleten und Trainer, der Verein als Solidargemeinschaft sowie die unverzichtbaren Partner - Sponsoren, Förderer und Spender -, sie waren es insgesamt, denen diese unvergleichbare Entwicklung in völliger Kenntnis aller Zusammenhänge zugeschrieben wurde. Und bis zum heutigen Tag hat sich daran nichts geändert.

"Es klingt wie ein Märchen, ist aber unverrückbare Wirklichkeit: Als 1950 der Nordbadische Fechterbund nach dem Zweiten Weltkrieg wieder gegründet wird, ist unter den Gründungsvereinen Tauberbischofsheim nicht zu finden," schreibt der Autor weiter, "des Rätsels Lösung: Es gab diesen Verein einfach noch nicht! Und dieser Club soll heute nicht nur der erfolgreichste Fecht-Verein, sondern der erfolgreichste Sportverein der Bundesrepublik Deutschland überhaupt sein?"